Aktion #brotretten

Am 2. Mai, dem Tag der Lebensmittelverschwendung, startet in Niedersachsen eine Aktion zu diesem riesengroßen Problem. Landesweit beteiligen sich 360 Bäckereifilialen daran und auch Langners aus Königslutter sind mit dabei. Dort könnt ihr Informationsblätter rund um das Thema Brot (Aufbewahrung, Haltbarkeit und Resteverwertung) erhalten. Wer noch mehr wissen möchte, klickt einfach diesen Link an: zehn-niedersachsen.de/brotretten

Als wir davon erfuhren, haben wir gleich noch bei Frau Langner nachgefragt, wie ihr Betrieb mit Resten umgeht: Sie beliefern die Tafeln in Helmstedt, Schöningen und Schöppenstedt. Was dann noch übrig ist, bekommt eine Pferdehalterin aus der Region.

Arme Ritter

Für Kai ein Klassiker, mit dem er ganz wunderbare Kindheitserinnerungen verbindet. Und deshalb findet er, dass wir sie unbedingt einmal ausprobieren sollten. Haben wir gemacht, Kai. Der Anfang war etwas mühsam, weil wirklich alles in der Pfanne hängen blieb. Aber wir sind ja tapfer und nach einigem hin und her hatten wir eine optimale Zubereitungsart gefunden.

Bela, voll konzentriert an der Toastbrotpfanne

Zutaten:

12 Scheiben altbackenes Weiß- oder Toastbrot

1/2 Liter Milch

3 Eier

1 EL Zucker

Butterschmalz zum Braten

Zubereitung:

  1. Milch, Eier und Zucker mit einem Schneebesen gut verrühren und portionsweise in einen tiefen Teller geben.
  2. Das Brot nacheinander in der Eier-Milch wenden. Es darf dabei nicht zu weich werden.
  3. Ausreichend Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen und die Brotscheiben von beiden Seiten goldgelb braten.
  4. Noch warm genießen, entweder mit Zucker und Zimt oder Vanillesoße oder Kompott oder allem zusammen.
  5. Tipp: Laura und Mary haben sie vorm Braten noch in Paniermehl gewälzt, wie Schnitzel. Ute schwört auf zerbröselte Cornflakes und Petra findet gemahlene Mandeln als Panade auch nicht schlecht. Wenn ihr es lieber deftig mögt, würzt die Milch einfach mit Salz, Pfeffer und Knoblauch.

Ach ja Kai, wir fanden die Armen Ritter voll lecker, sie schmecken fast wie Eierkuchen oder Kaiserschmarrn.

Danke schön!

Danke an Frau Veronika Koch für die Info zu diesem Wettbewerb, die Unterstützung bei der Herstellung von Kontakten und dem Postkartendruck.

Danke an alle Bäckereien, bei denen wir mit der Idee, junge Menschen für einen achtsamen Umgang mit Lebensmitteln zu sensibilisieren, offene Türen einrannten: Die Brotmeisterei Steinecke beteiligt sich mit 23 Filialen in Braunschweig, Helmstedt, Königslutter und Wolfsburg an unserer Postkartenaktion, Cadera ist mit 21 Filialen dabei. Die Biobäckereien Sartorius in Schöningen, Brot und Wein aus Evessen, das Café am Markt in Königslutter, Bäckerei Langner, die Edekamärkte Zeidler und Hellmich, einLaden aus Destedt, die wilde möhre in Barmke, überall findet ihr Postkarten mit einem Hinweis auf unseren Blog.

Danke an das Gesundheits- und Veterinäramt in Helmstedt, die uns mit wichtigen Hinweisen zur Seite standen, um trotz Corona eine „Auftaktveranstaltung“ für restlos-gluecklich hinzukriegen.

Danke an Jonas, der die Einrichtung des Blogs übernommen hat und immer hilft, wenn das Programm nicht das macht, was es soll.

So und jetzt kann es losgehen, mit Knobi-Chips, hergestellt aus altbackenen Brötchen und Postkarten, zum Verschicken in die ganze Welt:

Am Donnerstag, 22.04.2021, 10.00 – 11.00 Uhr auf dem Wochenmarkt in Königslutter.

Nancy mit unserem „Starterpaket“

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Kann man das noch essen oder muss das weg?

Justin, Fachmann fürs Mindesthaltbarkeitsdatum

Das wichtigste zuerst, das MHD ist kein Wegwerfdatum. Wenn die Verpackung noch zu ist, könnt ihr ganz einfach herausfinden, ob man den Inhalt noch essen kann: Schmeckt es gut, riecht es gut, sieht es gut aus? Dann ist es auch noch gut! Den ersten Platz belegte bei unseren Nachforschungen ein Paket Speisequark, mehr als 8 Monate über dem MHD und noch tip-top in Ordnung. Dicht gefolgt von einem Becher Schlagsahne, die sich 6 Monate nach Ablauf des MHD noch wunderbar steif schlagen ließ. Habt ihr mehr zu bieten? Dann schreibt uns über das Kontaktformular.

Amy, Fachfrau fürs Verbrauchsdatum

Mit diesem Datum sieht es ganz anders aus. Es steht auf Produkten, die leicht verderben, zum Beispiel roher Fisch, Hackfleisch oder Geflügel. Auf der Packung steht, bis wann es verbraucht und bei welcher Temperatur es gelagert werden muss. Danach muss es wirklich in die Tonne! Also behaltet euern Kühlschrank immer schön im Blick.

Und was ist mit Schimmel?

Nachdem wir die Checkliste der Verbaucherzentrale Hamburg: So erkennen Sie, ob Lebensmittel noch gut sind (http://www.vzhh.de) durchgearbeitet hatten, brachte es Mary auf den Punkt. Schimmel ist ekelig und ungesund. Deshalb gehört auch fast alles, was schimmelig ist, in die Tonne. Wie, nur fast alles?? Es gibt ein paar klitzekleine Ausnahmen: Bei Fruchtaufstrichen, die einen Zuckeranteil von mindestens 50% enthalten und Hartkäse darf man den Schimmel großzügig entfernen und die Sachen dann trotzdem essen. Wenn ihr in einer Erdbeerschale eine schimmelige Frucht entdeckt, nur den Übeltäter wegwerfen. Den Rest schön abwaschen und bald aufessen.

Habt ihr Lust auf mehr Schimmel- und Ekelgeschichten? Dann empfehlen wir euch den Ekel-Check von Checker Tobi…..

Zeyeneps erster Rum-Fort-Topf

Hallo zusammen! Also ich hab meiner Mutter von diesem Topf erzählt. Und dann haben wir das ausprobiert. Wir hatten Tomaten, ein paar kleine Würstchen und Nudeln. Das haben wir dann in der Pfanne gebraten – mega lecker!

Lebensmittel landen im Müll

Fast 1000 Millionen Tonnen Lebensmittel sind 2019 weltweit im Müll gelandet. In einer Studie der Vereinten Nationen wurden die Mülleimer von Privatwohnungen, Restaurants, Läden und anderen Essensanbietern aus 54 Ländern untersucht. Dabei berücksichtigen die Experten sowohl essbare Abfälle als auch nicht essbare Reste wie Knochen und Schalen. Diese Menge ist sehr schwer vorstellbar. Sie passt auf 23 Millionen Lkw. Würde man sie aneinanderstellen, käme man damit siebenmal um die Erde (einmal: etwa 40.000 km). Krass, oder? Bei der Müllmenge macht es übrigens keinen Unterschied, wie wohlhabend die untersuchten Länder sind. Quelle: Braunschweiger Zeitung vom 05.03.2021

Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft werden in Deutschland jedes Jahr ungefähr 12 Milllionen Tonnen Lebensmittel im Müll entsorgt. Etwa die Hälfte davon stammt aus privaten Haushalten. Das sind ganze 75 kg pro Person (Stand 2019) und damit wirft jeder von uns 25 % der eingekauften Lebensmittel weg. Bei einer Familie mit 2 Kindern sind das 300 kg, die pro Jahr in der Tonne verschwinden. Und noch ein Untersuchungsergebnis: Jüngere Menschen werfen tendenziell mehr verwertbare Lebensmittel weg als ältere.

Und was sagen die SchülerInnen dazu?

Sie waren schockiert über die Menge an Essen, die weggeworfen wird. Finja und Amy stellten die Zahlen aber in Frage: „Nie im Leben schmeißen unsere Familien so viel weg“, waren sich beide sicher. Stimmt wahrscheinlich, also schloss sich eine Stunde zum Thema Durchschnittswert an. Ganz schön kompliziert, aber am Ende war klar: Wenn manche viel weniger wegwerfen, dann muss es bei anderen viel mehr sein.

Domenik fand auch, dass dieses ganze Wegwerfen schlimm ist. Bezogen auf die Lebensmittel, die in Supermärkten und Discountern im Müllcontainer landen, steht für ihn aber fest: „Das ist eben so, da kann man nichts machen.“ Mal sehen, vielleicht finden wir ja jemanden, der weiß, ob sich in den letzten Jahren etwas geändert hat oder tatsächlich alles beim Alten geblieben ist.

Fischers Allerlei

Das ist der ultimative Tipp von Familie Fischer: Einmal wöchentlich einen Rum – Fort – Topf zubereiten. Was das ist? Ein Fantasiegericht aus allem, was rumliegt und dringend fort muss. Vielleicht als Ritual immer samstags, als Versuchsküche mit den Kindern oder aus purem Lebensmittelretter – Ehrgeiz. So könnt ihr auf alle Fälle verhindern, dass angefangene Lebensmittel im Kühlschrank immer weiter nach hinten rutschen und letztendlich verderben. Wir freuen uns schon auf eure Ergebnisse.

Fragebogen Lebensmittelverschwendung

Am Anfang geht es ja immer darum, den Status quo zu erheben, um daraus Arbeitsschwerpunkte abzuleiten. Also entwickelten wir im Homeschooling einen Fragebogen. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an Amy, die sich dabei besonders engagiert hat. Beantwortet haben die Fragen Familienangehörige, Freunde und Beschäftigte unserer Schule, alle eben, die wir unter Coronabedingungen erreichen konnten. Die Auswertung erfolgte mit einer Gruppe Präsenzschüler, die auf diese Weise gleich etwas über Statistik gelernt haben! So, und nun zu den Ergebnissen:

1. Die überwiegende Mehrheit der Befragten wirft gelegentlich Lebensmittel weg.

2. Dafür werden folgende Gründe genannt (Mehrfachnennungen waren möglich): weil sie abgelaufen (88 %) oder verdorben (38 %) sind, sie nicht schmecken oder zu viel eingekauft bzw. gekocht wurde (29 %) oder sie nicht mehr so gut aussehen (20 %).

3. Am häufigsten werden Brot und Brötchen weggeworfen, gefolgt von Milchprodukten, Gemüse, Resten vom Mittagessen, Obst, Wurst und zu guter Letzt Fleisch.

4. Die meisten weggeworfenen Lebensmittel landen im Kompost oder in der grünen Tonne (79 %). Darüber hinaus verfüttern ein Drittel der Befragten geeignete Lebensmittelreste an Haustiere.

5. Ihr Verhalten ändern würden gern 59 % der Befragten, 12 % sind unentschlossen und 29 % sehen keinen Grund dafür.

6. Warum eine Verhaltensänderung trotzdem oft sehr schwierig ist, wurde mit folgenden Aussagen erklärt:

– schlechte Einkaufsplanung, mangelnde Absprachen, zu große Packungen, unregelmäßige Arbeitszeiten, fehlende Zeit, eingefahrene Gewohnheiten

– man kauft mehr als nötig, Lebensmittel rutschen im Kühlschrank nach hinten und werden dort vergessen

– fehlende Planung von Resteverwertung

– trotz guter Planung sind Rest unvermeidbar

– Schwierigkeiten beim Abschätzen der benötigten Mengen, weil die Vorlieben der Familienmitglieder nicht immer gut einzuschätzen sind.

Herzlich willkommen!

Hervorgehoben

Der Aufruf der Zentrale für Ernährung und Hauswirtschaft in Niedersachsen, sich in einem Ideenwettbewerb mit der Wertschätzung von Lebensmitteln auseinanderzusetzen, hat uns zu dem Blog restlos-gluecklich inspiriert. Wir möchten damit eine Plattform schaffen, in der möglichst viele Informationen zu diesem Themenbereich geteilt werden können. Die von uns geposteten Inhalte sind eine Art Ergebnisprotokoll unseres Unterrichts, an dem wir euch teilhaben lassen möchten.

Helft uns mit euren Tipps, Tricks und Erfahrungen, die „Lebensmittelwelt“ besser zu machen.

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