Herzlich willkommen!

Hervorgehoben

Der Aufruf der Zentrale für Ernährung und Hauswirtschaft in Niedersachsen, sich in einem Ideenwettbewerb mit der Wertschätzung von Lebensmitteln auseinanderzusetzen, hat uns zu dem Blog restlos-gluecklich inspiriert. Wir möchten damit eine Plattform schaffen, in der möglichst viele Informationen zu diesem Themenbereich geteilt werden können. Die von uns geposteten Inhalte sind eine Art Ergebnisprotokoll unseres Unterrichts, an dem wir euch teilhaben lassen möchten.

Helft uns mit euren Tipps, Tricks und Erfahrungen, die „Lebensmittelwelt“ besser zu machen.

too good to go

Auch wieder so etwas Neues. Danke an Jonas für die Info. Unter toogoodtogo.de findet ihr eine App zum Herunterladen. Sie zeigt euch Geschäfte in eurer Nähe an, die sich an dem Projekt beteiligen. Ihr könnt zu einem vergünstigten Preis eine Überraschungstüte mit Lebensmitteln ordern, die ihr dann kurz vor Ladenschluss abholt. Jonas, gibt es das auch bei uns auf dem Land? Oder ist es eher etwas für Städter? Sobald wir Genaueres wissen, sagen wir Bescheid.

foodsharing? Noch nie gehört!

Wir auch nicht, bis zu unserer Knobichip-Aktion auf dem Wochenmarkt. Dort erfuhren wir von Mira Berge, foodsharing – Botschafterin aus dem Landkreis Helmstedt und Initiatorin einer entsprechenden Facebookgruppe. Nach einem ausführlichen Telefoninterview wussten wir Bescheid: Es geht ganz einfach darum, noch essbare Lebensmittel vor der Tonne zu retten. Man registriert sich online, muss dafür allerdings mindestens 18  sein und kann dann Lebensmittel einstellen, um sie zu verschenken. Oder  guckt für sich, ob es etwas gibt, das man selbst gern haben möchte. Mehr darüber erfahrt ihr unter foodsharing.de

Frau Berge ist aber auch foodsaver und holt zwei- bis dreimal wöchentlich Lebensmittel von Betrieben in der Region Braunschweig ab. Die landen dann bei ihr zuhause und warten auf ihre Essensretter. Ärgert man sich bei so großem ehrenamtlichem Engagement auch gelegentlich über etwas? Auf alle Fälle, so Frau Berge,  und zwar immer wieder darüber, wie leichtfertig Lebensmittel weggeworfen werden. Es stecken Ressourcen darin, die unnötig verschwendet werden:  Menschen haben dafür gearbeitet, es wird Energie verbraucht und es entsteht Verpackungsmüll. Ganz schlimm findet sie das bei tierischen Produkten. Da haben Tiere unter Umständen ihr Leben gelassen oder unter schlimmen Bedingungen gelebt und enden trotzdem in der Tonne.

Wer in Königslutter aktiv werden möchte, ist herzlich dazu eingeladen: Betriebe, die Lebensmittel an die Gruppe abgeben, Privatleute, die in ihrem Garten Obst haben, das sie nicht selbst verwerten können. Oder Landwirte, die ihre Äcker zum Abstoppeln freigeben. Aber es werden auch Leute gesucht, die die geretteten Lebensmittel abnehmen. Kontakt: Lebensmittel-teilen-lehre@gmx.de

Und dann hatte sie noch einen Tipp für uns: Frisch in den Müll – eine Dokumentation von Valentin Thun, Prädikat absolut empfehlenswert. Haben wir geguckt, Frau Berge und sind immer noch geflasht. Aber davon später mehr.

Lebensmittel richtig lagern

Wir haben uns natürlich informiert und werden euch alles Wichtige zu diesem Thema mitteilen. Denn auch falsche Lagerung ist ein Grund fürs Wegwerfen von Lebensmitteln. Aber schreiben kann man ja viel. Deshalb führen wir zuerst eine kleine Versuchsreihe durch.

Versuch 1: Stimmt es, dass Gemüse mit Grünzeug länger im Kühlschrank hält, wenn das Grünzeug nicht mehr dran ist?

Wir haben es mit Radieschen ausprobiert und den Versuch noch ein bisschen erweitert: Ist es wirklich besser, sie im Kühlschrank zu lagern oder geht es auch bei Zimmertemperatur? Das Ergebnis seht ihr morgen.

Diese Radieschen waren im Kühlschrank und sind noch gut essbar. Man sieht es nicht so deutlich, aber beim Drucktest wird klar: Die Früchte ohne Grünzeug sind fester, über die Blätter wurde kein Wasser entzogen.

Diese Radieschen lagen acht Tage lang ungekühlt in der Küche. Sie sind verschrumpelt, sehr leicht und nicht mehr genießbar. Das Interessante dabei: Die Früchte ohne Blätter haben mehr Wasser verloren als die mit. Gibt es auch dafür eine Erklärung? Dann immer her damit. Lehrer-Tipp für alle Nachahmer: Beim nächsten Mal das Gemüse jeden Tag wiegen, damit man den Wasserverlust genau bestimmen kann.

Versuch 2: Brotkasten versus Plastiktüte, an welchem Ort hält das Brot länger frisch?

Nach sechs Tagen kann man von beiden Broten noch essen, das aus der Brotdose schmeckt besser und ist frischer. Die Scheiben, die wir dazu gelegt haben, sind trocken. Im Gegensatz zu denen im Plastikbeutel, die immer noch feucht sind. Aber an frisches Brot kommen beide Exemplare nicht heran. Wer das am liebsten ist, sollte das Brot portionieren und einfrieren.

Und wie lagert man Lebensmittel jetzt richtig?

Für den Kühlschrank hat Finja einen Memo-Sticker gemalt. Weil die Temperaturen darin unterschiedlich sind, gehören Obst und Gemüse ganz nach unten, Fleisch, Fisch und Wurst gleich in die Etage darüber. Da ist es nämlich am kältesten. Na ja, und den Rest seht ihr auf der Zeichnung.

Bei den Sachen, die nicht gekühlt werden müssen, fanden wir am wichtigsten:

  • Tomaten und Äpfel extra lagern, da sie ein Gas ausströmen, das anderes Obst/ Gemüse schneller reifen lässt.
  • Kartoffeln und Zwiebeln dunkel und trocken aufbewahren.
  • angebrochene Packungen in Gläser mit Schraubverschluss umfüllen, damit keine Schädlinge dran kommen.

Aktion #brotretten

Am 2. Mai, dem Tag der Lebensmittelverschwendung, startet in Niedersachsen eine Aktion zu diesem riesengroßen Problem. Landesweit beteiligen sich 360 Bäckereifilialen daran und auch Langners aus Königslutter sind mit dabei. Dort könnt ihr Informationsblätter rund um das Thema Brot (Aufbewahrung, Haltbarkeit und Resteverwertung) erhalten. Wer noch mehr wissen möchte, klickt einfach diesen Link an: zehn-niedersachsen.de/brotretten

Als wir davon erfuhren, haben wir gleich noch bei Frau Langner nachgefragt, wie ihr Betrieb mit Resten umgeht: Sie beliefern die Tafeln in Helmstedt, Schöningen und Schöppenstedt. Was dann noch übrig ist, bekommt eine Pferdehalterin aus der Region.

Danke schön!

Danke an Frau Veronika Koch für die Info zu diesem Wettbewerb, die Unterstützung bei der Herstellung von Kontakten und dem Postkartendruck.

Danke an alle Bäckereien, bei denen wir mit der Idee, junge Menschen für einen achtsamen Umgang mit Lebensmitteln zu sensibilisieren, offene Türen einrannten: Die Brotmeisterei Steinecke beteiligt sich mit 23 Filialen in Braunschweig, Helmstedt, Königslutter und Wolfsburg an unserer Postkartenaktion, Cadera ist mit 21 Filialen dabei. Die Biobäckereien Sartorius in Schöningen, Brot und Wein aus Evessen, das Café am Markt in Königslutter, Bäckerei Langner, die Edekamärkte Zeidler und Hellmich, einLaden aus Destedt, die wilde möhre in Barmke, überall findet ihr Postkarten mit einem Hinweis auf unseren Blog.

Danke an das Gesundheits- und Veterinäramt in Helmstedt, die uns mit wichtigen Hinweisen zur Seite standen, um trotz Corona eine „Auftaktveranstaltung“ für restlos-gluecklich hinzukriegen.

Danke an Jonas, der die Einrichtung des Blogs übernommen hat und immer hilft, wenn das Programm nicht das macht, was es soll.

So und jetzt kann es losgehen, mit Knobi-Chips, hergestellt aus altbackenen Brötchen und Postkarten, zum Verschicken in die ganze Welt:

Am Donnerstag, 22.04.2021, 10.00 – 11.00 Uhr auf dem Wochenmarkt in Königslutter.

Nancy mit unserem „Starterpaket“

Veröffentlicht unter Allgemein

Kann man das noch essen oder muss das weg?

Justin, Fachmann fürs Mindesthaltbarkeitsdatum

Das wichtigste zuerst, das MHD ist kein Wegwerfdatum. Wenn die Verpackung noch zu ist, könnt ihr ganz einfach herausfinden, ob man den Inhalt noch essen kann: Schmeckt es gut, riecht es gut, sieht es gut aus? Dann ist es auch noch gut! Den ersten Platz belegte bei unseren Nachforschungen ein Paket Speisequark, mehr als 8 Monate über dem MHD und noch tip-top in Ordnung. Dicht gefolgt von einem Becher Schlagsahne, die sich 6 Monate nach Ablauf des MHD noch wunderbar steif schlagen ließ. Habt ihr mehr zu bieten? Dann schreibt uns über das Kontaktformular.

Amy, Fachfrau fürs Verbrauchsdatum

Mit diesem Datum sieht es ganz anders aus. Es steht auf Produkten, die leicht verderben, zum Beispiel roher Fisch, Hackfleisch oder Geflügel. Auf der Packung steht, bis wann es verbraucht und bei welcher Temperatur es gelagert werden muss. Danach muss es wirklich in die Tonne! Also behaltet euern Kühlschrank immer schön im Blick.

Und was ist mit Schimmel?

Nachdem wir die Checkliste der Verbaucherzentrale Hamburg: So erkennen Sie, ob Lebensmittel noch gut sind (http://www.vzhh.de) durchgearbeitet hatten, brachte es Mary auf den Punkt. Schimmel ist ekelig und ungesund. Deshalb gehört auch fast alles, was schimmelig ist, in die Tonne. Wie, nur fast alles?? Es gibt ein paar klitzekleine Ausnahmen: Bei Fruchtaufstrichen, die einen Zuckeranteil von mindestens 50% enthalten und Hartkäse darf man den Schimmel großzügig entfernen und die Sachen dann trotzdem essen. Wenn ihr in einer Erdbeerschale eine schimmelige Frucht entdeckt, nur den Übeltäter wegwerfen. Den Rest schön abwaschen und bald aufessen.

Habt ihr Lust auf mehr Schimmel- und Ekelgeschichten? Dann empfehlen wir euch den Ekel-Check von Checker Tobi…..

Zeyeneps erster Rum-Fort-Topf

Hallo zusammen! Also ich hab meiner Mutter von diesem Topf erzählt. Und dann haben wir das ausprobiert. Wir hatten Tomaten, ein paar kleine Würstchen und Nudeln. Das haben wir dann in der Pfanne gebraten – mega lecker!

Lebensmittel landen im Müll

Fast 1000 Millionen Tonnen Lebensmittel sind 2019 weltweit im Müll gelandet. In einer Studie der Vereinten Nationen wurden die Mülleimer von Privatwohnungen, Restaurants, Läden und anderen Essensanbietern aus 54 Ländern untersucht. Dabei berücksichtigen die Experten sowohl essbare Abfälle als auch nicht essbare Reste wie Knochen und Schalen. Diese Menge ist sehr schwer vorstellbar. Sie passt auf 23 Millionen Lkw. Würde man sie aneinanderstellen, käme man damit siebenmal um die Erde (einmal: etwa 40.000 km). Krass, oder? Bei der Müllmenge macht es übrigens keinen Unterschied, wie wohlhabend die untersuchten Länder sind. Quelle: Braunschweiger Zeitung vom 05.03.2021

Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft werden in Deutschland jedes Jahr ungefähr 12 Milllionen Tonnen Lebensmittel im Müll entsorgt. Etwa die Hälfte davon stammt aus privaten Haushalten. Das sind ganze 75 kg pro Person (Stand 2019) und damit wirft jeder von uns 25 % der eingekauften Lebensmittel weg. Bei einer Familie mit 2 Kindern sind das 300 kg, die pro Jahr in der Tonne verschwinden. Und noch ein Untersuchungsergebnis: Jüngere Menschen werfen tendenziell mehr verwertbare Lebensmittel weg als ältere.

Und was sagen die SchülerInnen dazu?

Sie waren schockiert über die Menge an Essen, die weggeworfen wird. Finja und Amy stellten die Zahlen aber in Frage: „Nie im Leben schmeißen unsere Familien so viel weg“, waren sich beide sicher. Stimmt wahrscheinlich, also schloss sich eine Stunde zum Thema Durchschnittswert an. Ganz schön kompliziert, aber am Ende war klar: Wenn manche viel weniger wegwerfen, dann muss es bei anderen viel mehr sein.

Domenik fand auch, dass dieses ganze Wegwerfen schlimm ist. Bezogen auf die Lebensmittel, die in Supermärkten und Discountern im Müllcontainer landen, steht für ihn aber fest: „Das ist eben so, da kann man nichts machen.“ Mal sehen, vielleicht finden wir ja jemanden, der weiß, ob sich in den letzten Jahren etwas geändert hat oder tatsächlich alles beim Alten geblieben ist.

Fischers Allerlei

Das ist der ultimative Tipp von Familie Fischer: Einmal wöchentlich einen Rum – Fort – Topf zubereiten. Was das ist? Ein Fantasiegericht aus allem, was rumliegt und dringend fort muss. Vielleicht als Ritual immer samstags, als Versuchsküche mit den Kindern oder aus purem Lebensmittelretter – Ehrgeiz. So könnt ihr auf alle Fälle verhindern, dass angefangene Lebensmittel im Kühlschrank immer weiter nach hinten rutschen und letztendlich verderben. Wir freuen uns schon auf eure Ergebnisse.